Advieh – die traditionelle iranische Gewürzmischung
Herkunft und Bedeutung
Advieh ist eine klassische persische Gewürzmischung, die in vielen traditionellen Gerichten des Iran verwendet wird. Der Name „Advieh“ bedeutet im Persischen schlicht „Gewürz“ oder „Mischung“. Jede Region – und oft auch jede Familie – hat ihr eigenes Rezept, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Zusammensetzung
Eine typische Advieh-Mischung besteht aus:
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Zimt – sorgt für warme, süßlich-würzige Noten
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Koriander – bringt Frische und eine leichte Zitrusnuance
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Pfeffer – liefert dezente Schärfe und Tiefe
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Cumin (Kreuzkümmel) – gibt erdige Würze und orientalisches Aroma
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Kardamom – ergänzt mit feiner, blumiger Süße
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Muskat – rundet die Mischung warm und nussig ab
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Zitronenschale – sorgt für Frische und einen fruchtigen Akzent
Die Balance dieser Gewürze macht Advieh zu einem komplexen, aber harmonischen Mix, der Gerichten Tiefe und Charakter verleiht.
Geschmack und Duft
Advieh zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination von warm, süßlich, aromatisch und frisch aus. Die Mischung ist nicht scharf, sondern fein abgestimmt – mit einer leichten Süße von Zimt und Kardamom, erdiger Würze durch Cumin und einer fruchtigen Frische der Zitrone.
Verwendung in der persischen Küche
Advieh ist unglaublich vielseitig und wird in vielen iranischen Klassikern eingesetzt:
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Reisgerichte: Besonders bei Polow (Safranreis) oder Shirin Polow (süßer Hochzeitsreis mit Nüssen und Orange).
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Fleischgerichte: In Schmorgerichten mit Lamm oder Huhn sorgt Advieh für Tiefe und einen exotischen Duft.
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Eintöpfe: Verleiht Bohneneintöpfen oder Gemüsegerichten eine aromatische Note.
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Suppen: Ideal zum Verfeinern leichter Brühen oder Linsensuppen.
In der persischen Küche gilt Advieh als die Seele vieler Gerichte, vergleichbar mit Currypulver in Indien oder Ras el Hanout in Marokko.
Tipp zur Anwendung
Advieh sollte sparsam dosiert werden – oft genügt ein Teelöffel, um ein ganzes Gericht zu aromatisieren. Die Mischung entfaltet ihr volles Potenzial besonders dann, wenn sie zusammen mit etwas Öl oder Butter erhitzt und so leicht angeröstet wird.
Zutaten
Zimt, Koriander, Pfeffer, Cumin, Kardamom, Muskat, Zitrone
Kann Spuren von Sellerie, Senf und Sesam enthalten
Rezeptidee: Persischer Juwelenreis Javaher Polo
Zutaten:
400 g Basmati-Reis
50 g Berberitzen
50 g Rosinen (hell oder dunkel)
40 g Pistazien, grob gehackt
40 g Mandeln, gestiftelt
1 große Zwiebel, fein gehackt
½ TL Safranfäden
1 TL Advieh Gewürzmischung
1–2 EL Zucker oder Honig (nach Geschmack)
60 g Butter oder 4 EL neutrales Öl
Optional (sehr traditionell)
Schale von 1 Orange, sehr fein abgeschält und in Streifen geschnitten
Zubereitung
Reis mehrmals waschen, bis das Wasser klar ist.
Danach 30–60 Minuten in kaltem Salzwasser einweichen.
Safranfäden im heißen Wasser ziehen lassen – das gibt Farbe und Aroma.
Großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen, salzen.
Reis zugeben und 6–7 Minuten kochen, bis er außen weich, innen noch bissfest ist.
Abgießen und beiseitestellen.
Berberitzen kurz waschen und abtropfen lassen.
Butter in einer Pfanne schmelzen. Zwiebel glasig dünsten.
Berberitzen, Rosinen, Zucker/Honig, Advieh kurz darin schwenken (1–2 Minuten).
Pistazien und Mandeln unterheben, Pfanne vom Herd ziehen.
Safranwasser unterrühren.
Reis schichten & dämpfen
Etwas Butter/Öl in einen Topf geben.
Reis und Frucht-Nuss-Mischung locker schichten (nicht umrühren).
Topfdeckel mit einem Küchentuch umwickeln, aufsetzen.
Bei niedriger Hitze 30–40 Minuten dämpfen.
Servieren
Reis vorsichtig mischen oder dekorativ auf einer Platte anrichten, mit extra Pistazien und Safranreis garnieren.
Tipps
Orangenschale vorher 2–3 Minuten blanchieren, damit sie nicht bitter ist.
Juwelenreis passt perfekt zu Hähnchen, Lamm oder als festliches vegetarisches Hauptgericht.